'Berlin: Eine Stadt vereint'

Zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Berliner Mauer ist die deutsche Hauptstadt keine zweihändige Stadt mehr. Mit einer Reihe von Feierlichkeiten zum 20. Jubiläum, die anlässlich dieses historischen Ereignisses geplant sind, gibt es keine bessere Zeit, um unter die Haut dieses faszinierenden Städtereiseziels zu kommen.

Es war spät am Abend des 9. November 1989, als Günter Schabowski, ein Sprecher der DDR-Regierung, eine hastig einberufene, im Fernsehen übertragene Pressekonferenz abschloss. Die Deutsche Demokratische Republik war in Aufruhr. Nach öffentlichen Massendemonstrationen stand die Zukunft des kommunistischen Staates in ernsthaften Zweifeln.

Schabowski kündigte an, dass Visa für diejenigen, die nach draußen reisen oder das Land verlassen wollen, kostenlos gewährt werden. Angesichts einer Flut ungläubiger Fragen über das neue Visa-Timing murmelte der Sprecher: "Soweit ich weiß - ab sofort".

Innerhalb weniger Minuten waren die Nachrichten in Deutschland und der ganzen Welt erschienen. Tausende von Ostdeutschen drängten sich durch die Straßen bis zur Schranke, die die Stadt seit 1961 in zwei Teile gespalten hatte. An Kontrollpunkten waren einfach verwirrte Militärangehörige, die es gewohnt waren, jemanden zu treffen, der versuchte, das Gewirr aus Beton und Stacheldraht zu durchbrechen überwältigt. In den frühen Morgenstunden gaben sie es auf, die jubelnden Massen zu kontrollieren und öffneten die Tore in den Westen. Die Berliner Mauer war gefallen, und damit stürzte das schwankende Gebäude des Kommunismus in Europa endgültig in den Staub.

Von der Mauer ist heute nur noch wenig erhalten, abgesehen von kleinen, erhaltenen Abschnitten. Die Besucher können jedoch ihren Weg über einen durchgehenden, mit Kopfstein gepflasterten Marker verfolgen, der in den Gehsteigen und Straßen der Stadt liegt. Interaktive Führer, Marker und Werbetafeln markieren die Route.

In vielerlei Hinsicht herrscht immer noch das Gefühl von Gegensätzen, das das Leben unter der Mauer beherrscht. Gebäude in Teilen des Ostens ähneln großen, sowjetischen "Hochzeitstorten", die mit kleineren Kopfsteinpflasterstraßen und Wohngebäuden aus der Vorkriegszeit durchsetzt sind. In Richtung Westen sind Straßen und Straßen viel konventioneller europäisch; belaubt, architektonisch verschieden und von einem viel eklektischeren Jahrgang als ihre östlichen Gegenstücke.

Es gibt auch viele bemerkenswerte Museen, die das Leben vor 1989 beschreiben. Dazu gehören: das berühmte Haus am Checkpoint Charlie, Friedrichstraße, Mitte, wo ein Replik-Wachhaus eine essentielle Fotomotivation bietet; das augenzwinkernde, schrullige DDR-Museum am Spreeufer und das faszinierende Stasi-Museum im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit in Lichtenberg.

Während Berlin den 20. Jahrestag der "Friedlichen Revolution" feiert, gibt Arsalan Mohammad einen Überblick über einige der besten Veranstaltungen, die es in diesem Herbst zu beachten gilt.

Das Festival der Freiheit

Am 9. November findet das Fest der Freiheit am Brandenburger Tor statt. Beginnend mit einem Open-Air-Konzert am Pariser Platz wird der Höhepunkt des Abends ein spektakulärer "Mauerfall" sein, bei dem 1000, 2,5m hohe (8ft) Schaumdominos, von Berliner Jugendlichen geschmückt, symbolisch umgestürzt werden Über. Die Organisatoren erwarten eine große Beteiligung für einen besonderen und unvergesslichen Abend.

Ausstellung, Friedliche Revolution 1989/90

Der Alexanderplatz, der eher düstere zentrale Platz im Herzen des ehemaligen Ost-Berlins, wird eine riesige Open-Air-Ausstellung mit zweisprachigen Informationstafeln, Fotografien und Erinnerungsstücken von Aktivisten, Studenten und Bürgern beherbergen, die in der geteilten Stadt zum Wandel der Geschichte beigetragen haben. Endet am 14. November.

STASI - Die Ausstellung

Die unheimliche Geheimpolizei, die die ostdeutsche Bevölkerung im Auge behielt, war immer gleichbedeutend mit der Kultur der Unterdrückung und der totalitären Kontrolle. Diese Ausstellung im Informations- und Dokumentationszentrum BSTU, Wall Street 38, zeigt auf, wie die Stasi dafür sorgte, dass Dissens und Rebellion unter Kontrolle blieben - um jeden Preis. Ende 31. Dezember.

Kunst zweier Kulturen Deutschlands / des Kalten Krieges

Das Deutsche Historische Museum, Unter den Linden, zeigt eine umfassende Momentaufnahme der deutschen Kunst der Nachkriegszeit, die durch eine politische, soziale und historische Perspektive betrachtet wird. Diese umfangreiche Sammlung stellt Werke von Künstlern auf beiden Seiten der politischen Kluft gegenüber - von Hans Haacke, Heinz Mack, Sigmar Polke, Raffael Rheinsberg, Gerhard Richter und Dieter Roth bis hin zu einer Reihe von Videos und Performances. Endet am 10. Januar.

Szenen und Zeichen eines Falls. Die Berliner Mauer konzentriert sich auf Fotografen

Eine faszinierende Auswahl von Fotografien, die die chaotischen Tage unmittelbar nach dem Fall der Mauer dokumentieren, wurde diese Woche im Max Liebermann Haus am Pariser Platz 7 eröffnet. Zu den Höhepunkten zählen Bilder von belebten Straßen und Plätzen, die als öde Brachflächen eingefangen wurden. Enden 6. Dezember.

BERLIN 89/09. Kunst zwischen einer Spurensuche und Utopie

Die seismischen Veränderungen, die in den letzten zwei Jahrzehnten in Berlin gewirkt haben, sind Inspiration für diese multimediale Ausstellung in der Berlinischen Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Alte Jakobstraße 124 - 128. Sie bietet mit Gemälden, Fotografien und Installationen eine detaillierte, faszinierende Darstellung der Umwandlung der Stadt von politischer Schizophrenie in eine europäische Hauptstadt des 21. Jahrhunderts. Endet am 31. Januar.



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